Gemeinsam können wir es schaffen!

Neues schaffen heißt Widerstand leisten. Widerstand leisten heißt Neues schaffen.

aus “Empört Euch!” von Stéphane Hessel

Spenden fürs Fürstentum! ›

Die Politik hat ihre Glaubwürdigkeit verloren. Was liegt also näher, als es nun selbst zu versuchen – mit der Gründung eines neuen, eines besseren Staates?

Ein neuer Staat

Biometrische Daten, RFID, Transferunion, Fukushima, die Laufzeitverlängerung, Stuttgart 21, der Kapitalismus im Allgemeinen, die Euro-Dämmerung im Besonderen, Verschwörung und Korruption hinter den Kulissen. 

Das ist nur der Ausschnitt einer nicht enden wollenden Liste, die jede Menge Gründe liefert, sich von der BRD abzuspalten und einen eigenen Staat zu gründen!

Niels P. Deboos (Aljoscha Stadelmann) reichen diese Gründe, um die Idee vom eigenen Staat endlich wahr werden zu lassen. Am 22. Oktober 2011 wird unter Tränen sein Freund Freiherr Guido von Hellqvist (52, arbeitsloser Taxifahrer und Alkoholiker) – von Freunden liebevoll einfach nur „Freiherr von“ genannt – in einer feierlichen Zeremonie zum repräsentativen Staatsoberhaupt des auf dem Grundstück eines alten baufälligen Schlosses in Vichel gegründeten Staates ernannt. Niels hält eine viel zu lange Rede, in dessen Folge er sich selbst zum Fürst mit legislativen und exekutiven Befugnissen wählen lässt.

Die nächsten Tage sind straff organisiert: Alte Pässe werden verbrannt, neue ausgegeben; Euro werden 1:1 in „Deboos-Mark“ umgetauscht; Ministerposten werden verteilt, Bäume gepflanzt, Kinder gezeugt, eine Verfassung wird geschrieben und eine Staatshymne komponiert.

Eine Staatsgründung – zumal auf deutschem Gebiet – bleibt nicht lange unbemerkt. So wird bereits nach wenigen Tagen die Presse auf das junge Fürstentum aufmerksam. Ein Fernsehteam kommt zu Besuch und die Bewohner geben bereitwillig Auskunft: „Wir sind nicht rechts. Wir sind nicht links. Wir sind vorne!“ 

Als sich der junge Staat aber wenige Tage später in der Reportage eines Regionalsenders als Sammelbecken gelangweilter Hartz-IV-Empfänger verleumden lassen muss, an dessen Spitze ein geistig verwirrter Autokrat sein Unwesen treiben soll, ward er geboren, der Staatsfeind Nummer 1: die Presse.

In einer eilig anberaumten Sitzung wird ein weiterer, nunmehr sehr entscheidender Posten vergeben: der des Pressesprechers. Die Wahl fällt auf den ehemaligen Handelsvertreter Rüdiger Fuchs (Matthias Bundschuh). Der frisch eingebürgerte Neuling fiel bisher höchstens durch seine stilvolle Zurückhaltung auf. Doch wann immer  er sich zu Wort meldete, tat er dies mit einer bewundernswerten Eloquenz. Allein dieser Fakt soll ihn als Pressesprecher des Fürstentums zu qualifizieren.

In der Folge wird fleißig Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Sogar ein täglicher Videoblog, in dem sich Niels P. Deboos höchstpersönlich zu Wort meldet, wird eingerichtet. Zudem wollen neue Bürger rekrutiert werden, da die Zeugung von Kindern naturgemäß eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt.

Der junge Staat lernt Laufen. Und das sehr schnell. Die Idee einer selbstbestimmten Gesellschaft mit einer eigenen Verfassung kommt gut an in einem Land, in der sich die dumpfe Angst vor der Globalisierung paart mit einer ganz konkreten und – sind wir mal ehrlich – nachvollziehbaren Politikverdrossenheit. Niels trifft den Nerv der Zeit. Und so verbreitet sich die Idee des Staates im Staate weit über die unmittelbare Umgebung des Fürstentums hinaus. 

Aber es gibt auch Gegenwind. So schaut der Bürgermeister der Gemeinde mit wachsendem Argwohn auf die Machenschaften der „Kommune“. Er schleust seine Mitarbeiterin Nana S. (28) in das Fürstentum ein, nur um einen Grund zu finden, die „Spinner“ wieder aus seinem Ort vertreiben zu können. Präventiv sozusagen. Man weiß ja nie. Doch wie das Schicksal so spielt, verliebt sich Nana in Niels und avanciert in kürzester Zeit zur First Lady des Fürstentums.

Doch auch im Innern beginnt es bald zu gären. Von den Bürgern nicht lange unbemerkt, wirft Niels seine Vorstellungen von Demokratie und Pazifismus alsbald über Bord und offenbart einen autokratischen Führungsstil voller Misstrauen, Zorn und Allmachtsphantasien. Selbst ein getreuer Untertan und Staatsdiener wie Rüdiger Fuchs stellt sich schließlich offen gegen den Unterdrücker. Der Zerfall ist nicht mehr zu stoppen.

Zum Schluss steht Niels P. Deboos allein im Kampf gegen seine Bürger, gegen seinen eigenen Staat (!) und eine Hundertschaft von Polizisten der BRD, die gekommen sind, um das Schloss zu räumen – und den Duce zu stürzen.

„Das Fürstentum (AT) – die uckermärkische Version von „Apokalypse Now“, „The Beach“ und „Radio Rock Revolution“ trifft auf dänischen Humor à la „Adamsäpfel“.